Dienstag, 13. Februar 2018

[Gemeinsam lesen] Reading Parrot: Klappe, die Erste...

... und ich hoffe, ich habe diesen Auftritt nicht schon in der Überschrift vermasselt: Denn es ist doch mein Debüt bei dieser Bloggeraktion, oder? Oder? Ja, nee, ich bin mir sehr sicher, zwar schon häufig von "Gemeinsam Lesen" gelesen, aber noch nie mitgeschrieben zu haben.

Heute will ich bei dieser Aktion, die organisatorisch nunmehr auf dem Schlunzen-Bücher-Blog beheimatet ist, uuuuunbedingt mitmachen, weil ich will ganz dringend schon ein bisschen was von meiner aktuellen Lektüre erzählen. ;)

STANDARDFRAGEN

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese aktuell "The Innocent Wife" von Amy Lloyd: Der Daily Mail hatte im März 2016 die "Daily Mail First Novel Competition" ausgerufen, in deren Rahmen neben einem netten Preisgeld auch die Veröffentlichung des Gewinner-Debüts winkte. "The Innocent Wife" ist nun genau dieser Siegertitel, der im Herbst 2017 bereits als eBook veröffentlicht wurde, woraufhin die gebundene Ausgabe passend zum Jahreswechsel folgte: Eine Taschenbuch-Ausgabe wird ab diesem Sommer zu kaufen sein.
Die Übersetzungs-/Veröffentlichungsrechte sind zudem bereits gen Polen, Frankreich, der Niederlande und der Türkei verkauft worden und momentan fahre ich auf der Schiene "boah, hoffentlich kauft auch irgendein deutschsprachiger Verlag den Titel ein; ich glaub, der ist echt sooo  gut und ich will den allen aufdrängen". 


Dabei habe ich grad erst das erste Viertel des Buchs abgeschlossen (bin mir aber sehr sicher, dass ich es heute ganz rigoros auslesen werde; ich bin grad echt scharf sehr gespannt auf den Rest - mein Kindle meint, ich müsse mir für die restliche Lektüre noch vier Stunden und neun Minuten Zeit nehmen). Ich lese mal wieder digital und bin eben grad bei 25% des eBooks und damit dem Beginn des neunten Kapitels angelangt. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"The money Sam's grandmother had left her was running low."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich wüsste wirklich nicht, wann mich ein Thriller zuletzt soooooooo sehr fasziniert hat; hier bin ich tatsächlich schon seit der ersten Seite total gespannt und superneugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.
An dem Handlungspunkt, an welchem ich mich nun befinde, ist Sam(antha), die introvertierte Lehrerin, welche in ihrer britischen Heimat eher eine unscheinbare Einzelgängerin ist, kürzlich in die USA gereist, wo sie ihren Brieffreund (inzwischen bereits mehr ihre Briefliebschaft) Dennis Danson im Todestrakt besucht und seinen Heiratsantrag angenommen hat.
Dennis ist vor 20 Jahren, als er just 18 war, als mutmasslicher Mehrfachmörder zum Tode verurteilt worden, wobei um seinen Fall inzwischen eine Art Onlinekult entstanden ist, da viele Aussenstehende an seiner Täterschaft zweifeln und so gibt es eine sehr aktive FreeDennis-Initiative (und erwartungsgemäß auch entsprechende Gegenkampagnen).
Die Filmemacherin Carrie hatte sich dereinst schon mit dem Fall befasst; zudem gibt es auch längst ein sehr gut verkauftes Sachbuch über Dennis; und Carrie arbeitet nun einmal mehr an einer Doku über Dennis und seinen Fall, um auch all die früheren Ungereimtheiten nochmals intensiv zu beleuchten: Sam begleitet Carrie aktuell zu diversen Interviews und war zuletzt mit ihr bei Dennis' inzwischen pflegebedürftigem Vater und hat dort auch einen Blick in Dennis' verlassenes Jugendzimmer werfen können. 

Die "Samantha-Kapitel" werden immer wieder von Kapiteln unterbrochen, in denen Auszüge aus dem Sachbuch "When The River Runs Red" (eben jenem Buch, welches sich mit Dennis beschäftigt) zu lesen sind, und die sehr klar machen: Dennis wuchs als "Problemkind" auf; seine Familie war das, was man als das Paradebeispiel von white trash bezeichnen würde.
Ich liebe diese integrierten Buch-Auszüge total, weil sie eben so sachlich daherkommen und Dennis nicht nur mit Sams rosaroter Brille beleuchten. Sam sieht definitiv nachgewiesene Verfehlungen Dennis' (Diebstahl, Brandstiftung etc.) nämlich offensichtlich als rein seinen Eltern und der aggressiven Erziehung geschuldet an. Ich finde es noch sehr besorgniserregend, dass Sam Dennis gegenüber so absolut blauäugig auftritt, ohne jegliche Skepsis: Sie betrachtet ihn einfach als ganz tollen Typen.
Aktuell ist Sam für mich ein ideales Opfer, da ich den Eindruck habe, sie sei ohne jegliche Schwierigkeiten ganz einfach zu manipulieren. 

Inzwischen bin ich als Leser zwar, zusammen mit Sam, Carrie und ihrem Filmteam, auch auf den Polizisten getroffen, der dereinst für Dennis' Festnahme verantwortlich zeichnete - und stufe ihn vorläufig als ignoranten Idioten voller Vorurteile ein, dem hauptsächlich die Freundschaft seines eigenen Sohns zu Dennis ein Dorn im Auge war. Dabei würde ich es doch nicht ausschliessen wollen, dass tatsächlich Dennis ein schlechtes Vorbild war, das den Polizistensohn mit zu sich auf die schiefe Bahn gezogen hatte.
Aber die bisher erwähnten Zeugenaussagen und Beschreibungen lassen mich aktuell zumindest überlegen, ob Dennis nicht viel eher zumindest wegen "Mangels an Beweisen" auf freien Fuss gesetzt werden hätte müssen: Da habe ich zwar bisher eher einen dünn gezeichneten "Grundriss" gesehen, aber der lässt mich grade überhaupt nicht verstehen, wie Dennis hier nun in den Todestrakt geraten hatte können. 

Die Buchbeschreibung verrät ja bereits, dass Dennis tatsächlich freikommt und Sam später zu zweifeln beginnt: Von daher bin ich schon drauf eingestellt, dass er es eventuell doch war. Oder dass er es zwar war, aber kein Einzeltäter gewesen ist. Oder dass irgendwer damals den "hiesigen Abschaum" einfach nur loswerden wollte und ihm deshalb die Schuld in die Schuhe geschoben hat. Joah, ich glaube, wenn er doch was mit den Morden zu tun hatte, war er nicht alleine - und darum finde ich erstmal alle aus seinem damaligen Umfeld sehr verdächtig (und da hat's aber auch komische Leute!).
"The Innocent Wife" ist für mich eine True-Crime-Show zum Lesen; habe ich schon gesagt, wie spannend ich diesen Roman bislang finde?! ;) 

Sooooooo spannend... 

VARIABLE WOCHENFRAGE
diesmal von Bibilotta

4. Verständnis oder wirres Kopfschütteln?

Wie gehen Freunde, Familie und Bekannte mit deiner Lesesucht um?

Öhm... ja. Ich lese leidenschaftlich gerne, aber ich sehe mich nicht als "süchtig" an. "Sucht" geht für mich eigentlich immer mit Krankheit einher; ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn mir mal ein "Ich bin süchtig nach heisser Schoggi mit Marshmallows" entrutscht und von "ich bin da voll angefixt worden" will ich lieber gar nicht reden. Meine Familie ist in Sachen "Sucht" (im Sinne von Krankheit/Abhängigkeit) aber auch, öhm, vorbelastet: Wer, der einfach nur gerne und viel liest, bereitet uns keine Sorgen. ;)
Lesen ist ein Hobby. Fertig. 
Ich habe es im Dezember 2015 schon im Rahmen meiner "Lesen-Diagnostik" bei Influenza Bookosa angesprochen: Würde sich mein nächstes Umfeld aufgrund meines vielen Lesens vernachlässigt fühlen und würde es sich halt negativ auf meine soziale Umgebung auswirken - Lesen verliert gegen meine Herzallerliebsten.
Aber da gibt es nichts für sie, womit sie umgehen müssten. Für meine Familie gilt das eh ganz speziell. Ich habe in die Schweiz eingeheiratet, das heisst: Je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet, lebe entweder ich im Ausland oder meine Familie ist im Ausland. Das Gros meiner Familie sehe ich, wenn überhaupt, nur einmal jährlich und bei diesen seltenen Anlässen würde ich mich beispielsweise nicht (eh generell bei sozialen Anlässen nicht) abkapseln, um alleine irgendwo in einer ruhigen Ecke meine aktuelle Lektüre weiterlesen zu können.
In meinem Umfeld wissen sehr Viele wohl auch gar nicht, dass ich soooo viel lese; ich habe weder ein Schild umhängen noch würde ich keine anderen Gesprächsthemen kennen. Ich kann übrigens auch sehr gut an Buchhandlungen, Bücherschränken etc. vorbeigehen ohne dass bei mir Kreischalarm ausgelöst wird. ;)
Ich lese inzwischen eh fast ausschließlich digital, wir leben in einer sehr kleinen Wohnung und ich finde das Konzept des Minimalismus grossartig: Ich habe in meinem Elternhaus quasi noch ein ganzes Zimmer voller Bücher, aber ich bezweifle inzwischen, dass ich diese jemals übersiedeln werde. Inzwischen bin ich für jedes Buch (und auch jegliches sonstige "Ding") dankbar, welches keinen Platz in unseren Regalen wegnimmt. (Ja, ich denke es auch schon: Grad das erste Mal bei "Gemeinsam Lesen" mitmachen und sich bereits als einer der Aussenseiter unter den typischen Leseratten outen. Fängt ja gut an.)
"Verständnis oder wirres Kopfschütteln?" lässt sich für mich also eher mit "totaler Gelassenheit bis Gleichgültigkeit" beantworten.  

Kommentare:

  1. Hey
    Dein Buch sagen mir persönlich leider nix. Ich wünsche dir viel Spaß beim weiter lesen.

    Mein Umfeld hat Verständnis das ich lese. Aber ich kann leider nicht über ein unterhalten bzw. darüber diskutieren. Deshalb habe ich mein Blog.

    Mein Gemeinsam Lesen - Beitrag

    LG Barbara
    My Book&Serie&Movie Blog

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  2. Hallo Tanja,

    ich bin mit meiner Stöberrunde etwas spät dran, entschuldige!
    Dein Buch kenne ich noch nicht, aber es klingt sehr interessant und spannend. Ich habe auch gerade deine Rezension dazu gelesen und du scheinst sehr begeistert zu sein. Ich behalte das Buch mal im Auge. :)

    Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!
    Nicole

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