Donnerstag, 10. Dezember 2015

[Top Ten Thursday] Bessere oder schlechtere Bücher als ihre Verfilmungen?

Beim letztwöchigen Top Ten Thursday zum Thema Leserunden habe ich ausgesetzt: Leserunden sind so gar nicht mein Ding; immerhin fresse ich Bücher eher als dass ich sie lese und Bücher Stück für Stück über einen mehr als dreitägigen Zeitraum hinweg zu entdecken ist wirklich nicht meins.
Heute lautet das Thema „10 Bücher, die besser/schlechter waren als deren Verfilmung“; ich bin sehr gespannt, wer heute welche Verfilmung gelungener als die Vorlage fand, da wir uns in Leserkreisen gemeinhin doch wohl einig sind, dass seltenst der Film mehr als die geschriebene Geschichte zu überzeugen weiss, oder?

Aber auch wenn es heute einmal mehr her um Filmisches geht, darf ich euch zunächst auch angesichts des vorvorletzten Themas „10 Bücher, die du gerne im Winter lesen möchtest“ ganz schamlos nochmals auf den #Lesadvent hinweisen?
Damals hatten ja doch auch Einige von euch winterliche und weihnachtliche Lektüre aufgelistet: bis einschliesslich zum 6. Januar 2016 könnt ihr euch mit Rezensionen selbiger noch am Lesadvent beteiligen und in diesem Zusammenhang auch in diverse Lostöpfe hüpfen; so gibt es mitunter doch auch so einige Hardcover-Bücher aus dem schweizerischen Riverfield-Verlag zu gewinnen. (Alle Infos zur Aktion findet ihr ->hier <- und alle Infos zum Gewinnspiel, inkl. einer detaillierteren Auflistung der Preise sind ->hier<-  nochmals abrufbar.)

So, und ich überlege jetzt, ob mir überhaupt auch der ein oder andere Film einfällt, der mir tatsächlich besser gefiel als sein literarisches Vorbild.

Ja, wo ich grad eh schon einen weihnachtlichen Schlenker in meinem Beitrag drinne hatte: „Der kleine Lord“.
Den Film von 1980, also den mit Alec Guiness, der hier in der Weihnachtszeit auch immer ausgestrahlt wird, mag ich klar mehr als den Roman* von Frances Hodges Burnett.
Rational begründen kann ich's nicht; irrational bin ich da wahrscheinlich durch traditionelles Fernsehkucken beeinflusst worden. ;)

Ansonsten kann ich nur sagen: Klar, Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ ist ebenso wie „Der kleine Lord“ ein Klassiker, aber während ich Letzteren in Buchform eigentlich doch nicht so viel schlechter finde als zuvor genannten Film, ist Dickens‘ Erzählung für mich eine „joah, kann man mal lesen“-Geschichte. Gut, eine „sollte man durchaus mal gelesen haben“-Geschichte.
Aber mit der gespielten Version, ob nun Theater oder eben Film: immer nur her damit! Da schaue ich mir auch wahnsinnig gerne sämtliche Adaptionen an.
Ganz gerne mag ich beispielsweise auch die Disney-Verfilmung* mit Jim Carrey, die sehr untypisch Carrey ist. (Der bildet zusammen mit Adam Sandler und Eddie Murphy generell nämlich das Schauspielertrio, deren Filme ich wenn dann garantiert nicht deswegen schaue, weil ich die Drei für so begnadete Schauspieler hielte…)

So, Bücher, die definitiv besser waren als ihre Verfilmung:

„Grüne Tomaten“* – fand ich in Filmform stinklangweilig, während ich den Roman total gerne mochte.

„Vom Winde verweht“ – wer diesen Blog regelmässig liest, weiss, dass mich mit Margaret Mitchells Roman eine tiefe Vernarrtheit verbindet und ja, auch der Film* (in DVD-Form übrigens aktuell schon für 'nen Fünfer zu haben) ist legendär und die Szene, in der sich Scarlett in Rhetts Arme schmeisst und ihn von schräg unten ansehnsüchtelt unverkennbar, aber ich kann dem Film einfach nicht verzeihen, dass er so elementare Punkte der Geschichte (wie insbesondere Scarletts Sohn aus erster Ehe!) einfach gänzlich unter den Tisch fallen lässt.

Aus ähnlichen Gründen mag ich auch die gemeinhin über den grünen Klee gelobte Verfilmung von „The Green Mile“ nicht: Da gibt es im Buch zu viele meiner Meinung nach wesentliche Szenen, die im Film* fehlen und ich finde, am Ende des Films bleibt der Hintergrund des angeblich von John Coffey begangenen Verbrechens total unklar und damit auch weitere Verstrickungen unter den Todestraktinsassen im Dunkeln.

Mich nervt es total, wenn Filme grundsätzlich nicht die komplette Geschichte liefern und so fand ich „So finster die Nacht“ atmosphärisch zwar toll gemacht, wunderte mich aber doch, wie man da die Antworten erhalten sollte, die im Buch ausführlichst erklärt wurden.
Grade, dass der vampirische Hintergrund, der Vampir-Werdegang, nicht dargestellt wurde, ärgerte mich immens, da der im Buch später auch für ein nicht unwesentliches Überraschungsmoment sorgt.
Zudem war der Roman mit einer Art Sozialstudie verbunden, ich erlebte ihn als relativ vielschichtig, der Film schien mir hingegen nur auf „langweiliges Ghetto“ hinaus zu sein.

Vor Anthony Hopkins habe ich ja seit seinem Mimen des Hannibal Lecter (gut, „Das Schweigen der Lämmer“ fand ich wiederum eine grossartige Verfilmung, die ich dem Buch* angemessen finde, da will ich nicht von ‚besser‘ reden; schlechter war der Film in meinen Augen aber definitiv nicht!) eine konstante niederschwellige Angst; im Falle von Jack Nicholson trifft Ähnliches aufgrund seiner Jack-Torrance-Darbietung in „Shining“ zu: Vor die Wahl gestellt würde ich Jack Nicholson aber so 230%ig lieber allein im Dunkeln begegnen und ja, ich weiss, dass Beide stramm auf die 80 zugehen. Egal.
Aber „Shining“: Was die Kubrick-Verfilmung angeht, die ich abgesehen von Nicholsons diabolischen Schauspiels technisch einwandfrei gemacht finde, halte ich es zumindest von der Wiedergabe der Geschichte eher mit Stephen King, der die Verfilmung so beschissen fand, dass er später eine weitere Verfilmung angeleiert hat, die im Allgemeinen als „Stephen Kings The Shining“ vertrieben wird und sich im Gegensatz zu Kubricks Film nahezu 1:1 an die Buchvorlage hält.
Jack Nicholson fand ich in der Rolle des Jack Torrance zwar klar stärker als Steven Weber, aber dafür wirkte Torrance in der King-Filmversion eben nicht so übermächtig und als zentrale Figur, sondern stellte klar eher Danny in den Mittelpunkt, der ja auch im Roman fokussiert wird. Als Jack Torrance würde mir eine Mischung aus Nicholson/Weber wohl noch am Besten gefallen haben, aber nur von der Verfilmung angesichts des Romanstoffs her meine, ich dass „Stephen Kings The Shining“ sehr, sehr, seeeeeeehr viel authentischer ist.
Rein als Adaption kann ich zwar Kubricks Version durchaus akzeptieren, aber nüchtern mit dem Roman betrachtet: Da ist sie einfach schlechter.

„Die Farbe Lila“* lässt mich ein wenig unsicher sein: Da bin ich mir noch nicht ganz im Klaren darüber, ob ich die Verfilmung nicht tatsächlich noch ein klitzekleines bisschen besser fand. Ich tendiere da zu einem „ja, der Film war schon ein wenig besser“ – aber möchte mir auch nach Jahren noch die Option, mich umentscheiden zu können, offenhalten. ;)

Eijeijei, jetzt habe ich wieder nur acht Beispiele gefunden (neun, wenn man die kurze Erwähnung von „Das Schweigen der Lämmer“ mitzählt, wobei ich die ja der Vorlage ebenbürtig und weder besser noch schlechter finde) … ha, nochmal zurück zu Stephen King: die olle „Carrie“.Verfilmung, also die mit Sissy Spacek und John Travolta und nicht die Neuauflage mit den Damen Moretz und Moore, ja, die finde ich um ein Vielfaches besser als das Buch; da ist mir die geschriebene Geschichte einfach zu „zerhackstückelt“ und ich mag es nicht, wenn man so viel aus abgebildeten fiktiven Zeitungsartikeln wie eben in „Carrie“ erfährt: Ich ziehe den klaren Geschichtenfluss vor und so war es der Verfilmung wohl auch ein Leichtes, mich eher und mehr zu packen als die Vorlage.
Mit den schweigenden Lämmern waren das nun zehn. Punkt.

Zum guten Schluss möchte ich allerdings noch erwähnen, dass ich selbst ein wenig verwundert bin, doch eine ordentliche Liste zusammengestellt haben zu können, denn im Allgemeinen meide ich Buchverfilmungen eher; es sei denn, es handelt sich um Märchen oder Astrid-Lindgren-Geschichten *lol*; wenn ich lese, läuft die Geschichte eh filmartig vor meinem inneren Auge ab und ich empfinde da in der Regel ein absolutes Desinteresse daran, wie dieser Film sonst so aussehen würde.
Seid ihr generell neugierig auf Verfilmungen?

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Ich kenne nicht alle deiner genannten Bücher/Filme, aber bei Green Mile fand ich die Verfilmung einfach toll! Vielleicht, weil ich die Handlung vom Buch nicht mehr komplett im Kopf hatte.
    Vom Winde verweht ... da sind Buch und Film schon so lange her, dass ich das gar nicht mehr so genau beurteilen kann, aber ich fand beides toll ^^
    Die Disney Verfilmung von Eine Weihnachtsgeschichte mag ich auch total gerne :D
    Buchverfilmungen schaue ich mir überhaupt sehr gern an und ich liebe es, wenn es gut umgesetzt und die Stimmung getroffen wurde.

    Liebste Grüße, Aleshanee
    Mein Buch-Film Vergleich

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen,
    direkte Gemeinsamkeiten haben wir zwar nicht, aber immerhin habe zu "Vom Winde verweht" so meine ganz eigenen Kindheitserinnerungen :-) Meine Mum liebte den Film und mindestens einmal im Jahr musste ich ihn mir mit ihr ansehen - mittlerweile mag ich ihn tatsächlich auch :-)

    AntwortenLöschen
  3. Hallo!
    Von Grüne Tomaten gibt es ein Buch? Das wusste ich noch gar nicht. *ggg*
    http://sionnaigh.blogspot.de/2015/12/top-ten-thursday-10-bucher-die.html
    Liebe Grüße
    Sionnaigh

    AntwortenLöschen
  4. Hallöchen!
    Ich kann heute leider kaum mitreden.
    Hier ist mein Beitrag.
    Liebe Grüße
    Charleen

    AntwortenLöschen
  5. Hallo,
    ich kann die Liste noch um ein Buch ergänzen, über das ich auf meinem Blog selbst geschrieben habe: Lachsfischen im Jemen. Es dreht sich um einen jemenitischen Scheich, der Gefallen am britischen Angelsport gefunden hat und das Lachsfischen in seiner Heimat ansiedeln möchte. Das Kernproblem: Die klimatischen Verhältnisse im Jemen sind nicht wirklich die, die einem Lachs im Allgemeinen gefallen. Das Buch hat nur ein Teil-Happy End, der Film greift mit ganzer Hand in die emotionale Kiste. Auch einige Gags aus dem Buch wirken im Film eher lauwarm. Gar nicht davon zu reden, dass wie üblich bei solchen Adaptionen ein paar Kleinigkeiten verändert wurden. Wenn du noch nichts vom Buch gehört hast, kannst du hier nachlesen, worum es geht: http://inasbuecherkiste.blogspot.de/2015/07/8-uber-den-versuch-den-britischen_24.html
    Liebe Grüße
    Ina

    AntwortenLöschen
  6. Hi,

    was für ein tolles Thema. Carrie hab ich ja als Film sehr gemocht, aber noch nicht gelesen.

    http://yvisleseecke.blogspot.de/2015/12/ttt-10-bucher-die-besserschlechter.html

    LG
    die Yvi

    AntwortenLöschen