Freitag, 14. August 2015

Sara Hubbard: "Saving Sullivan"

Sara Hubbard: "Saving Sullivan"°°°


Um die noch weiterhin nötige Praxiserfahrung, die ihr zum Abschluss ihrer Ausbildung zur Krankenschwester fehlt, zu sammeln, muss die junge Kanadierin Abby Claire den Sommer am anderen Ende des Landes in Banff zubringen, nachdem ihre eigentliche Praktikumsstelle in ihrer Heimat unerwartet und plötzlich weggebrochen ist.

Bereits als sie in Toronto auf den Anschlussflug nach Alberta wartet, fällt ihr der in etwa gleichaltrige Sullivan auf, der sich offensichtlich zunächst mit einer Wildfremden in den Waschräumen des Flughafens vergnügt hat, ehe er später während des Flugs mit einer Stewardess in der Flugzeugtoilette verschwindet.
Abby ist seltsam fasziniert von diesem gutaussehenden Typ, aber auch ein wenig angewidert von seinem promiskuitiven Verhalten.
Doch Sullivan, ebenfalls auf dem Weg nach Banff, um sich in einem Sommerjob zu beweisen, garantiert ihr, dass sie bis zum Ende des Sommers seinem Charme doch auch erlegen ist. Abby hält dagegen, dass sie nie mehr als Freunde sein werden.

Tatsächlich wird aus der Zufallsbekanntschaft schnell eine enge Freundschaft und schon bald ist Abby überzeugt, Sullivan von seinem selbstdestruktiven Lebensstil wegbringen zu können – und in ihn verliebt.

Aber riskiert sie mit ihrer Verliebtheit nicht einen sehr guten Freund zu verlieren? Doch hat ihre Bekanntschaft überhaupt eine Chance, mehr als nur den Sommer in Banff zu überstehen?

„Saving Sullivan“ ist ein wirklich tolles Buch aus dem Feld der NA Romances! Dieser Roman hat mich nun sehr an „Beautiful Disaster“ von Jamie McGuire erinnert, was nicht daran liegt, dass die Protagonistinnen den gleichen Vornamen tragen oder dass die Geschichten sich so ähnelten. Nein, die Handlungen sind doch grundlegend unterschiedlich: Lediglich sind in beiden Romanen die Hauptfiguren eine eher Unschuldige und ein totaler Player, deren Kontakt zunächst vorgeblich auf die freundschaftliche Ebene beschränkt ist.
Aber die Erzählungen verlaufen ansonsten doch gänzlich anders, aber ich glaube, sicher sagen zu können: Wer „Beautiful Disaster“ liebte, wird definitiv auch „Saving Sullivan“ mögen!

In „Saving Sullivan“ tritt Abby als Ich-Erzählerin auf, die mir gleich sympathisch war, obschon sie einen gewissen, auffälligen Helferkomplex hatte, der aber in ihrer persönlichen Vergangenheit begründet lag. Dennoch dachte ich während des Lesens einer bestimmten Szene auch, dass sie jetzt einen Schlussstrich unter Sullivan und sich ziehen sollte anstatt sein arschiges Verhalten später doch wieder mit seiner Angst vor engen Beziehungen bzw. seiner verqueren Einstellung zum Thema „Vertrauen“ zu rechtfertigen.
Nun bin ich ja auch kein Freund davon, ewig auf irgendwelchen Verfehlungen herumzureiten, aber ich finde es doch immer sehr auffällig, wie schnell derlei, egal, wie verletzend es auch gewesen sein mag, so manches Mal in Romanen vergeben und vergessen wird.
Über einen klitzekleinen Makel dieser Art habe ich also auch bei „Saving Sullivan“ stolpern müssen.

Schade fand ich zudem, dass man aufgrund der Erzählperspektive (natürlich!) bloss einen eher oberflächlichen Einblick in Sullivans Persönlichkeit erhielt, sprich, nur das, was er von sich preisgab sowie die Eindrücke, die Abby von ihm vermittelte.
Dabei fand ich den Hintergrund seiner Figur sehr interessant und hätte nur zu gerne intensiveren Einblick in die Beziehung, bzw. den Kontakt, zu seinem Vater (resp. früher seinem Grossvater) erhalten. In diesem Falle würde ich mir wirklich wünschen, dass Sara Hubbard in einem weiteren Band auch nochmals aus Sullivans Sicht heraus erzählt!

„Saving Sullivan“ war für mich nun aber definitiv eines dieser Bücher, die man viel zu schnell ausgelesen hat. Ich habe quasi ein Männchen in meinem Kopf schreien hören: „Aber ich will doch so gerne noch mehr von euch lesen! Bitte meldet euch doch zumindest später nochmals, wie es euch ergangen ist!“ („Und sowieso, was ist eigentlich mit den anderen Figuren? Nicole? Dean? Ames? … Finden alle ihr Glück?“)
Ja, hier bin ich sogar um das künftige Wohlergehen einer solch blöden Nebenfigur wie Ames besorgt; kann „Saving Sullivan“ nicht bitte doch der Auftakt einer entsprechenden Reihe werden? Ich würde mich freuen!

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Sara Hubbard: „Saving Sullivan“ – fand ich super!
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“Saving Sullivan” von Sara Hubbard, erschienen am 08.09.2014
Amazon: Kindle eBook (2,99€)* / Taschenbuch (10,69€ [278 Seiten])*

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